|
|
 |
Zen-Praxis
Kern der Übung ist die Einsicht in die Natur des eigenen
Selbst und dessen Manifestation im Alltagsleben. Mit den Worten von
Prabhasa Dharma, Zenji heißt dies:
"Zen bedeutet, dich als befreites Wesen zu verwirklichen,
damit du glücklich sein und anderen helfen kannst."
Im Zen folgen wir dem Weg des Buddha, damit wir die uns
innewohnende Buddha-Natur verwirklichen können. Die Wurzel aller
buddhistischen Übungswege ist die Erkenntnis, dass niemand ohne
Buddha-Natur geboren wird. Es ist dies unsere gemeinsame Grundlage: In
uns allen lebt die Ahnung, die Weisheit, dass das, was wir suchen,
bereits da ist. Weil es aber nicht ausreicht dies zu wissen,
müssen wir uns darin üben, die Buddha-Natur zu leben.
Im Zen sehen wir Unwissenheit und Verwirrung als die
Hauptursache von Leiden. Deswegen bemühen wir uns bei der
Zen-Übung Weisheit und Mitgefühl zu entwickeln. Weisheit und
Mitgefühl sind wie die beiden Flügel eines Vogels, beide
werden zum Fliegen gebraucht. Unzufriedenheit und Gewalt verschwinden
nicht dadurch, dass wir die augenblicklichen Objekte unserer
Unzufriedenheit und Gewalt entfernen. Angst hört nicht dadurch
auf, das wir das beseitigen, was uns ängstigt.
Alle unsere Emotionen werden unsere Feinde bleiben, solange
wir in der Vorstellung von einem "Ich" verankert sind, von "mir" und
"mein" im Gegensatz zu "du" und "dein". Wir haben etwas erzeugt, eine
Idee, ein Ding, welches wir "Ich" nennen. Das bin ich. Ich habe einen
Namen und alles was dazugehört ist mein. Dies ist mein Auto, mein
Haus, mein Land und sogar: dies ist mein Gott. Wir haben ein komplettes
System um dieses "Ich", "mir" und "mein" herum geschaffen. Mit so einer
Struktur setzen wir uns auf unser Meditationskissen nieder. Und wenn du
dich gesetzt hast, wird dir die Last deutlich, die du mit dir
herumschleppst.
|
 |